Meine lieben Mitbrüder, liebe Freunde der Fransalianer,
Weihnachten handelt von Gottes eigener Mission. Die Geburt Jesu, die wir mit jedem Weihnachtsfest feiern, soll uns daran erinnern, dass Gott jeden einzelnen von uns von ganzem Herzen liebt. Gottes tiefe Liebe für die Menschheit hat Ihren Ausdruck gefunden als Gott seinen einzigen Sohn Jesus auf die Erde gesandt hat, um die „Frohe Botschaft“ der ganzen Menschheit mitzuteilen. Daher ist jedes Weihnachten eine Bestärkung der Anwesenheit Gottes in der Welt und seiner allliebenden Fürsorge für den Lauf der Welt. „Und das Wort ist Fleisch geworden hat unter uns gewohnt“ (Joh.1.14). Dies ist in der Tat der Kern der Weihnachtsbotschaft. Möge dieses Weihnachtsfest für uns eine Gelegenheit sein um tiefer in Gottes Mission in der Welt einzutauchen und uns für die Arbeit für sein Königreich „mit Hingabe für Gott und Menschlichkeit“ zu stärken um die Ärmsten der Armen in den schwierigsten und abgelegensten Gebieten der Erde zu erreichen.
„Jesus, dem ersten Missionar und Anführer jeder Mission folgend“ ist das Motto der Fransalianer für die bevorstehende Generalversammlung der Gemeinschaft im Jahr 2007. Als Missionare sind wir aufgerufen, Jesus leidenschaftlich zu folgen und seine Hingabe für jedes menschliche Wesen zu teilen. Daher besteht die Herausforderung des Weihnachtsfestes in der leidenschaftlichen Liebe zu Christus, im Teilen seiner Hingabe für die Menschheit und in der tätigen Mithilfe beim Aufbau des Königreich Gottes. So treibt uns Weihnachten zu einem energischeren Einsatz für die Ärmsten der Armen und zur Schaffung von Gerechtigkeit, Freiheit, Frieden und Liebe für eine verwundete Menschheit.
Wir, die Fransalianer in Kamerun und Tschad, sind unseren zahlreichen Freunden, Unterstützern und Gönnern zu tiefstem Dank verpflichtet. Sie ermutigen und unterstützen uns in unseren Bemühungen um Bildung, Gesundheitsfürsorge und Entwicklung für die Menschen in West-Afrika, vor allem in Kamerun und im Tschad. Gerade hat die Tschad-Mission ihr sechstes Jubiläum begangen, während die Kamerunmission fünf Jahre besteht.
Zurzeit hat die Fransalianerfamilie im Tschad und Kamerun 26 Mitglieder: 11 Priester, 10 Theologiestudenten aus Indien und 5 Studenten aus Kamerun - 2 in Philosophie, 2 Novizen und 1 Pränovize.
Die fransalianische Mission in Bero im Tschad ist gerade zwei Jahre alt. Sie umfasst etwa 30 Dörfer mit einer Gesamtbevölkerung von etwa 15000 Menschen. Drei junge Fransalianer arbeiten in dieser Mission. Vier indische Schwestern aus der Gemeinschaft der „Töchter des heiligen Franz von Sales“ arbeiten in der Mission mit den Fransalianern zusammen. Bero ist mittlerweile eine lebendige Mission mit zahlreichen Projekten in den Bereichen Glaubensbildung, Bildung, Gesundheitsfürsorge und Entwicklung. Die fransalianische Mission in Ngaoundéré in Nordkamerun wird von drei jungen Fransalianern und zwei Ordensschwestern geführt. Ihnen obliegt auch die seelsorgerische Betreuung der Universitätsstudenten und der ländlichen Randgemeinden Berem und Mbe-Karna. Glaubensbildung, Bildung und Gesundheitsversorgung sind die Hauptaufgaben unseres Apostolats in dieser Mission. In Yaoundé, in Zentralkamerun machen unsere Scholasten stetige Fortschritte in der Beherrschung des Französischen, in Theologie und all den Fähigkeiten die sie benötigen, um die großen Missionsaufgaben, die sie erwarten in Angriff nehmen zu können. Ein Bildungshaus in Ngoya, einem Außenbezirk von Yaoundé wird gerade gebaut und wartet auf seine Fertigstellung. Aus finanziellen Gründen geht dieses Projekt leider nur sehr langsam voran. Eine weitere uns anvertraute Mission ist Ozom-Nkong Messa in der Diözese Obala. Sie ist nicht weit von Yaoundé entfernt, liegt jedoch in dichtem Wald und ist während der Regenzeit nahezu nicht zu erreichen. Für die nächsten Jahre sind zahlreiche neue geistliche Ämter, neue Projekte und Neueröffnungen geplant. Wir glauben fest daran, dass Jesus der erste Missionar und der Anführer jeder Mission ist.
Wir, die Fransalianer im Tschad und Kamerun wünschen Ihnen allen Frohe Weihnachten und ein erfolgreiches und gnadenvolles neues Jahr.
Mit geschwisterlichen Grüßen,
Pater Dr. Thomas Cherukat, MSFS
Superior der Mission Tschad-Kamerun
Maison Pierre Mermier
B.P. 185 (c. 287) Yaoundé,
Cameroun
http://www.fransalians.com
http://www.msfssouthwest.org
Die Herausforderung Tschad
Der Tschad ist ein Binnenland im Norden Zentralafrikas. Es wird begenzt durch Lybien im Norden, dem Sudan im Osten und der Republik Zentralafrika im Süden. Im Westen grenzt der Tschad an Kamerun, Nigeria und Niger. Der Tschad ist das fünftgrößte Land auf dem afrikanischen Kontinent mit einer Fläche von 1.284.000 Quadratkilometern. Das Land war ehemals eine Provinz des Französischen Äquatorialafrikas bevor es am 11. August 1960 unabhängig wurde.Die Bevölkerungsdichte ist sehr gering. Die Einwohnerzahl beträgt nur 9 Millionen Menschen. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt im Süden des Landes. Der Tschad hat drei verschiedene Klimazonen: die Sahara im Nordosten, die Sahelzone im Zentrum und die tropische Zone im Süden. Nur 3% der Oberfläche des Landes sind als Ackerland geeignet.In der sudanesischen Region im Süden fallen zwischen April und Oktober bis zu 1.250 Millimeter Regen. Die Temperaturen sind immer sehr hoch, in der kühleren Periode im Januar beträgt sie durchschnittlich 27° C, in den Monaten März, April und Mai ca. 45° C. Sehr häufig verursachen starke Winde aus dem Nordosten der Sahara kräftige Sandstürme im Süden.
Die offiziellen Sprachen des Landes sind Französisch und Arabisch. Darüber hinaus werden etwa 120 lokale Sprachen und Dialekte gesprochen. Der Islam ist die vorherrschende Religion. Ca. 55% der Bevölkerung sind Muslime. Etwa 35% der Bevölkerung geben an, katholisch zu sein. Andere gehören traditionellen afrikanischen Glaubensgemeinschaften an. N‘Djamena ist die Hauptstadt des Landes. Mondou, Sarh und Doba sind weitere wichtige Städte.
Der Tschad ist eines der ärmsten Länder der Erde und stark abhängig von Erwerbslandwirtschaft und Viehzucht. 30 Jahre Bürgerkrieg und Unruhen verursachten große Opfer auf menschlicher und wirtschaftlicher Seite. Die wichtigste Einnahmequelle ist Baumwolle, die im Süden und Südwesten angebaut wird. Das Prokopfeinkommen wird auf 200 US-Dollar pro Jahr geschätzt. Laut Entwicklungsindex des Jahres 2002 gehört der Tschad zu den am wenigsten entwickelten Staaten der Erde. Er rangiert auf Platz 166 von insgesamt 173 Ländern. Der aktuelle Ölboom im Süden ist eine neue Möglichkeit und Chance für das arme Land, ein bestimmtes Entwicklungsniveau und ein gewisses Maß an Wohlstand in naher Zukunft zu erlangen.
Die Fransalianer im Tschad stellen sich der enormen Herausforderung für die Ärmsten der Armen unter schwierigsten Bedingungen zu kämpfen. Der Kampf gilt in erster Linie Krankheiten, Unwissenheit und einem rauen Klima. Die Missionäre in Bero sind v.a. darum bemüht schnellstmöglich, eine Schule, eine Poliklinik und ein Bildungszentrum für Laien aufzubauen. Sie freuen sich sehr über die großzügige Unterstützung durch Freunde, Wohltäter und Sponsoren, die die Realisierung dieser Projekte für das Wohlergehen der gesamten Bevölkerung in der Bero-Mission ermöglichen.
Indische Missionare in Afrika
Eine Süd-Süd Partnerschaft in der Evangelisierung
Der Berufungsboom in Indien
Die Kirche hat in der westlichen Welt in den letzten Jahrzehnten einen akuten Mangel an Priesterberufungen erleben müssen. In der letzten Zeit hat die Kirche in Europa und den USA die schmerzliche Erfahrung der Schließung von Klöstern, Seminaren und Konventen aufgrund der ständig sinkenden Zahl und letztlich fast gänzlichen Fehlens neuer Priester in einigen Diözesen und Gemeinschaften machen müssen. Im deutlichen Gegensatz zur Entwicklung in Europa und den USA konnte die Kirche in Indien beständig ein deutliches Wachstum in den Berufungen zum Priesteramt und Ordensleben verzeichnen.
Der indische Bundesstaat Kerala an der Süd-West Küste umfasst die größte christliche Einzelpopulation in Indien und wird als Wiege der Christenheit und Kinderstube der Berufungen in Indien bezeichnet. Die alte Gemeinde der „Thomas-Christen“ die zu den Syro-Malabar- und Syro-Malankara-Kirchen in Kerala gehört, hat alleine etwa 70% der Priester und Ordensleute in Indien gestellt. Auch die kleinen christlichen Gemeinden von Goa, Mangalore und Bombay gehören mit einer beeindruckenden Zahl von Berufungen zur Spitze der Evangelisierung in Indien. Zur Zeit erleben die Bundesstaaten Tamil Nadu und Andra Pradesh an der Ostküste Indiens einen Berufungs-Boom der sogar den in Kerala, Goa und Magalore übertrifft. Auch in den Stammesgebieten der nordindischen Staaten Bihar, Orissa, Jharkhand and Chattisgarh, die über mehr als 1 Million Katholiken verfügen, wächst die Zahl der Berufungen. Die jungen Kirchen von Nordostindien, vor allem von Assam, Nagaland, Meghalaya und Manipur sind voll von Interessenten, die in den kommenden Jahren für stetigen Nachwuchs im Priesteramt sorgen werden.
Die katholische Kirche in Indien
Indien wurde immer als typisches Missionsland mit einer kleinen christlichen Minderheit inmitten einer überwältigend großen hinduistischen und muslimischen Bevölkerung angesehen. Die Zahl der Katholiken in Indien wird auf etwa 15 Millionen geschätzt, eine sehr kleine Gruppe der insgesamt etwa 1 Milliarde Menschen zählenden indischen Bevölkerung. Indien war auch das Tätigkeitsfeld vieler tapferer Missionare, wie dem heiligen Apostel Thomas, St. Francis Xavier, Robert de Nobili, John de Britto und vielen anderen. Hunderte europäische Missionare sind ihren Spuren gefolgt und haben lebhafte christliche Gemeinden auf dem Subkontinent gegründet. Heute umfasst die katholische Kirche in Indien etwa 150 Diözesen mit nahezu ausschließlich einheimischem Missionspersonal. Man hat große Fortschritte in der Bildung und Gesundheitsversorgung machen können, vor allem seit der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947. De facto betreiben die christlichen Kirchen in Indien etwa 20 Prozent der Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen, obwohl sie nur 3 Prozent der indischen Bevölkerung umfassen.
Die indische Kirche ist sich ihrer Verantwortung gegenüber der Gesamtkirche sehr bewusst. Sie hat über Jahrhunderte sehr viel von der westlichen Welt erhalten, vor allem in Form von Missionspersonal und finanzieller Unterstützung. Heute ist die indische Kirche, wenn auch in bescheidenem Umfang in der Lage, die Kirchen in Europa und den USA zu unterstützen. Hunderte indische Priester und Nonnen versehen ihren Dienst heute in christlichen Gemeinden westlicher Länder, die unter der akuten Knappheit von Priestern und Ordensleuten leiden. Der organisierte Strom des Missionspersonals aus der indischen Kirche nach Europa und Amerika begann bereits in den 1980er und 1990er Jahren. Gewiss gereicht diese Bewegung von Priestern und Nonnen aus Indien nach Europa und Amerika sowohl den westlichen als auch der indischen Kirche zum Vorteil.
Die indische Missionarsbewegung Richtung Afrika
Als während der letzten beiden Jahrzehnte der Strom an Priestern und Nonnen aus Indien in die westlichen Staaten in Gang kam, trafen einige große Kirchengemeinden Indiens die Entscheidung, neue Missionsgebiete in äußerst bedürftigen Staaten Afrikas zu etablieren. Die Missionargemeinschaft des Heiligen Franz von Sales, auch bekannt unter dem Namen Fransalianer, ist eine jener Gemeinschaften, die innerhalb der letzten 15 Jahre in Afrika schon große Erfolge erzielen konnten. Heute arbeiten bereits hunderte indische Priester und Nonnen verschiedener Religionsgemeinschaften in den Missionen in den entlegenen Regionen quer über den afrikanischen Kontinent.
Fransalianer in Afrika
Die Missionarsgemeinschaft der Fransalianer, gegründet in Annecy, Frankreich, im Jahre 1838, baute im Jahre 1845 in Zentralindien eine große Mission auf. Hunderte französischer Missionare opferten ihr Leben für die Evangelisierung Zentralindiens. Heute haben die Fransalianer fünf Provinzen in Indien und etwa 1000 indische Mitglieder. Die Missionsgemeinschaft ist in 22 Ländern auf fünf Kontinenten tätig. Die meisten Missionen werden von den indischen Fransalianern v.a. in Afrika und Südamerika gegründet. Im Jahre 1988 eröffneten die Fransalianer ihre erste Mission in Afrika, als sie Lububu-Mission in Tansania akzeptierten. Heute arbeiten die Fransalianer in acht Ländern auf dem afrikanischen Kontinent, v.a. Tansania, Kenia, Uganda, Südafrika, Namibia, Mocambique, Tschad und Kamerun. Das Missionspersonal wird aus den fünf indischen Provinzen abgezogen. Im Moment arbeiten mehr als 100 indische Fransalianer in diesen Missionen. Und viele weitere bereiten sich darauf vor, einigen dieser herausfordernden Missionen in Afrika beizutreten.
Die jungen Kirchen in Afrika brauchen Missionare. Die Kirchen im Westen haben einen akuten Mangel an Priestern. Viele Bischöfe in Afrika versuchen deshalb in Indien Missionare für Afrika zu gewinnen. Die Inder reagieren in der Tat sehr positiv und großzügig. Viele Religionsgemeinschaften in Indien wagen sich nun nach Afrika, was in der Tat ein gutes Beispiel für eine Süd-Süd-Partnerschaft in der Evangelisierung ist.
Fünf Jahre Fransalianische Mission in Kamerun
Am 19. November 2005 wird die Fransalianer-Mission in Kamerun ihr fünfjähriges Bestehen feiern. Der Anfang ist immer schwer. Die Kämpfe beim Aufbau einer neuen Mission und die Aufgabe, Grundlagen für zukünftige Projekte zu schaffen, stellen uns immer vor neue Herausforderungen. Wir danken Gott für seine Unterstützung während der letzten fünf Jahre und blicken voller Hoffnung einem neuen Frühling der Mission entgegen. Wir danken allen Mitbrüdern, Freunden, Wohltätern und Gönnern für ihre Gebete, Unterstützungen und Ermutigungen. Der Bau eines Bildungshauses in Ngoya (Yaoundé), der Aufbau einer neuen Mission in Ozom, die Gründung einer neuen Pfarrei in den Außenbezirken von Yaoundé City, die Etablierung eines Sprachtrainingszentrums in Ngaoundéré und die Verbesserung der Einrichtung und Infrastruktur der Grundschulen in Berem und Gop-Rey sind einige der Hauptanliegen unserer Mission in Kamerun. Wir zählen auf die großzügige Unterstützung unserer Freunde und Gönner, um diese Projekte realisieren zu können.
Willkommen in der Familie
Pater Joshy Mangalathu und Pater Georgekutty Puthiyidom sind am 24. September 2005 in Yaoundé angekommen. Pater Joshy wurde in das Pfarrei-Team in Bero im Tschad und Pater Georgekutty in die neue Mission von Ekoumdoum in Yaoundé aufgenommen. Frontmission begrüßt die beiden aufs Herzlichste.
Herzlichen Glückwunsch
Bruder Scaria Kannezhathu und Bruder T.Paul Raj haben am 22.9.2005 in Vinayalaya, Bangalore ihr ewiges Gelöbnis abgelegt. Frontmission gratuliert beiden sehr herzlich.