Grüße aus Indien
Liebe Freunde der Fransalianer,
das Jahr 2020 geht zu Ende. Es ist das Jahr, das die gesamte Menschheitsfamilie in die Knie gezwungen hat wegen der immer noch wütenden Covid-19-Pandemie. Die ganze Menschheit ist in tiefe Not geraten. Die häufigen Lockdowns und die unzähligen Einschränkungen haben das normale Leben unterbrochen und verursachen ein bisher unbekanntes Leid in allen Gruppen von Menschen auf der ganzen Erde. Die immer höher schnellenden Infektionszahlen und die steigende Todesrate dieser alarmierenden Krankheit haben eine noch nie dagewesene Krise in Bezug auf Zuverlässigkeit und Vertrauen hervorgebracht.
Das Ausmaß des Leidens, das über die Ärmsten der Armen verhängt ist, liegt jenseits jeder Beschreibung. Die mächtigeren Wirtschaften der Welt bröckeln. Das soziale Leben ist gestört. Es gibt viel Furcht, Angst, Ungewissheit und Hilflosigkeit in allen Schichten des Lebens. Wir werden schmerzhaft darauf aufmerksam gemacht, dass der Anfang des neuen Jahres 2021 eine schnelle Rückkehr ins normale Leben der Zeit vor Covid nicht verspricht. Wir fühlen uns dazu verurteilt, mit einem neuen Lebensstil zurecht zu kommen, der das „neue Normal“ genannt werden könnte.
Liebe Freunde,
mit tiefen Empfindungen und gemischten Gefühlen schreibe ich euch diese Zeilen, um euch die Freude, den Frieden und den Ernst des Weihnachtsfestes zu wünschen inmitten einer andauernden Pandemie, die Verwüstung in unser aller Leben bringt. Einen solchen Advent hatten wir noch nie, und doch freuen wir uns auf Weihnachten, bereiten den Weg für den Herrn und gehen in ein neues Jahr der Hoffnung und der Verheißung hinein. Während dieses Weihnachtsfestes sind unsere Gedanken beim Neugeborenen in der Krippe von Betlehem. Die Geburt Jesu, die wir feiern, ereignete sich in einer sehr feindlichen und unsicheren Umgebung. Ein hilfloses Kind wurde in eine Krise hinein geboren, die durch Furcht, Angst, Unsicherheit und Hilflosigkeit geprägt war. Der Advent des Jahres 2020 drängt uns, auf eine neue Art zu leben, um mit bekehrtem Herzen das Jahr 2021 zu begrüßen.
Weihnachten 2020 fordert uns heraus, eine Reise des Glaubens mit der Hl. Familie, mt Jesus, Maria und Josef zu unternehmen. Unser Glaube an Gott beginnt, wenn wir erkennen, dass wir uns nicht selbst genügen. Der Glaube beginnt in uns zu wachsen und zu blühen, wenn wir zugeben, dass wir Heilung, Befreiung und Erlösung brauchen. Da die Welt gerade einen unsichtbaren Feind bekämpft, haben wir die Gelegenheit, unseren Blick fest auf den unsichtbaren Gott zu richten, der in Jesus sichtbar wurde. Jesus allein kann der tief verwundeten Welt die heilende Berührung schenken. Ich möchte euch einen gesegneten Advent und eine gnadenreiche Weihnacht wünschen. Möge das Jahr 2021 ein Jahr der Gnade und der Heilung für uns und für die ganze Welt werden.
Covid-19 in Indien
Mit seiner riesigen Bevölkerung von 1,4 Milliarden Menschen hat Indien die zweithöchste Zahl von Covid-Erkrankungen auf der Erde. Die Zahl der Infizierten hat inzwischen die 9 - Millionen-Marke um mehr als 130.000 Tote überschritten. Alle größeren Städte Indiens kämpfen, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Millionen von Tagelöhnern haben ihren Job und somit ihren Lebensunterhalt verloren. Die große Mehrzahl der Familien aus der „unteren Mittelklasse“ sind in große Not geraten. Die meisten Schulen bleiben geschlossen. Home schooling und Online-Klassen sind das Privileg einiger weniger, die sich das leisten können. Kinder werden am empfindlichsten getroffen. Sie leiden an Lebensmittelmangel und schlechten Wohnverhältnissen, wenn ihre Eltern arbeitslos bleiben.
Hilfsaktionen
Die Missionare des hl. Franz von Sales sind eine der größten religiösen Kongregationen in Indien, die aktiv in eine Reihe von Hilfsmaßnahmen eingebunden sind, um das Leiden der Ärmsten der Armen zu lindern. Unser Netzwerk der Schul- und Dienstleistungszentren, das sich über das ganze Land erstreckt, konnte Tausenden von armen Familien mit zeitnahen Aktionen helfen, besonders durch das Verteilen von Lebensmittelpaketen und Medizin an die Familien, die am stärksten benachteiligt sind.
Familien in Not
Als unmittelbare Antwort auf die Covid-Krise in den beiden Staaten Karnataka und Kerala, war das Missions-Entwicklungs-Büro der südwestindischen Provinz, Vikasjyothi, in der Lage, Hunderten von armen Familien in unseren Missionen Lebensmittel und finanzielle Hilfe zukommen zu lassen, besonders für die Ausbildung armer Kinder. Mit der Hilfe von Agape Afrika in Deutschland und von Freunden und Wohltätern in Indien und anderen Ländern konnten wir die Anzahl der Patenschaften vermehren, die armen Kindern in Afrika und Indien gewährt werden. Über 1000 arme Kinder und ihre Familien konnten frühzeitig finanzielle Hilfe bekommen, um in der Krise zu bestehen, mit der viele Familien zur Zeit konfrontiert sind. Wir brauchen dringend mehr Geldmittel, um den zunehmenden Hilferufen notleidender Familien entsprechen zu können.
Ein Aufruf
Am Ende meines Briefes möchte ich einen dringenden Aufruf an euch alle richten. Denkt freundlich an die armen Kinder in Indien, im Tschad und in Kamerun, wenn ihr an diesem Weihnachtsfest eine Geste der Liebe und des Teilens machen wollt. Euer Beitrag kann viel Freude in ein armes Heim in den entlegenen Dörfern Indiens und Afrikas bringen. Wir, die Fransalianer, würden gerne darin fortfahren, mit eurer Hilfe den bedürftigsten Menschen in unseren Dienstleistungszentren beizustehen. Covid-19 ist wirklich eine Herausforderung an uns alle, unsere christliche Nächstenliebe in größerer Solidarität mit den Armen auszuüben.
Ich bitte euch, Agape Afrika euren Freunden und Bekannten vorzustellen und ihre Unterstützung für unsere Projekte zu gewinnen. Möge Gott gelobt sein. Ich wünsche und bete, dass wir alle sicher und gesund bleiben unter dem liebevollen Schutz der Hl. Familie aus Jesus, Maria und Josef. Fröhliche Weihnachten und ein gutes neues Jahr!
Mit herzlichen Grüßen
P. Thomas Cherukat
Grüße aus dem Tschad und aus Kamerun
Liebe Freunde,
die Missionare des hl. Franz von Sales im Tschad und in Kamerun grüßen euch in Verbundenheit und senden euch gute Wünsche. Das Jahr 2020 ist durch die Covid-19-Pandemie gekennzeichnet, die der ganzen Welt viel Leid gebracht hat. Die sehr zerbrechlichen Wirtschaftssysteme des Tschad und von Kamerun sind unter Schock und großem Stress. Die Maßnahmen gegen die Pandemie haben die Wirtschaft beider Staaten stärker getroffen als die Krankheit selbst. Leute kämpfen um ihren Lebensunterhalt wegen der unerwarteten weltweiten wirtschaftlichen Rezession. Die meisten Schulen im Tschad bleiben geschlossen, auch weil die Lehrer nicht bezahlt werden können.
Das Jahr 2020 ist für die Missionare des hl. Franz von Sales aber auch gekennzeichnet durch eine große Anzahl positiver Entwicklungen. Wir hatten die Freude, vom 5. bis 10. Januar Gastgeber der Bischofskonferenz von Tschad und Kamerun in unserem Haus in Nogya zu sein. Die Mission hat auch eine beständige Zunahme in der Anzahl der Kandidaten und Novizen erleben dürfen. In diesem Jahr sind wir mit 13 Novizen gesegnet.
Alle unsere laufenden Projekte können durchgeführt werden, wenn auch - bedingt durch Covid - etwas langsamer.
Helft den Obdachlosen
Wir haben ein neues Projekt in die Wege geleitet, das die Bezeichnung „Helft den Obdachlosen“ trägt. Einige Häuschen sind für die Armen gebaut worden, die keine Unterkunft hatten. Dieses Projekt wird uns noch lange beschäftigen und verschlingt natürlich eine Menge Geld. Wir hoffen, ein offenes Ohr bei unseren Freunden und Wohltätern zu finden, damit wir dieses sehr wertvolle Projekt in den kommenden paar Jahren verwirklichen können.
Unsere Schulen im Tschad
Die Tschad-Kamerun-Mission betreibt nun vier Schulen in der Diözese Doba. Ungefähr 200 arme Kinder werden jedes Jahr in ihrer Ausbildung durch das Programm „Unterstütze ein Kind“ von Viskasjyothi in Mysore (Indien) gefördert. Sehr dankbar nehmen wir die Beiträge an, die, angeregt durch P. Thomas Cherukat, von Agape Afrika in Deutschland kamen. Ein solide gebautes Kinderheim in Doba konnte bezogen werden. In diesem Schuljahr beherbergen wir 50 Kinder. Wir bedanken uns auch sehr für die Unterstützung durch Agape Österreich, die P. Sen Vellakada angestoßen hat. Die Kongregation hat ein Grundstück für den Bau einer Schule und eines Internats in Moundou erworben, einer Nachbardiözese von Doba. Unsere Schulen in Bero und Doba bleiben wegen der Pandemie geschlossen. Wir hoffen auf bessere Zeiten in den kommenden Jahren.
Unsere Schule in Kamerun
Die SFS-Schule in Ngaoundere in Nordkamerun wird in diesem Schuljahr von 340 Schülern in sechs Klassen besucht. Das sind durchschnittlich 55 Schüler pro Klasse. Obwohl die
Anforderungen für die Zulassung sehr hoch sind, können wir nicht mehr Kinder aufnehmen, weil Klassenzimmer fehlen. Im kommenden Jahr sollen weitere Klassenräume gebaut werden. Wir planen, die Schule zu einem Gymnasium mit einer höheren Sekundarstufe auszubauen. Wir bedanken uns von Herzen für die Beiträge der vielen großzügigen Wohltäter, die in dieses Projekt fließen, besonders bei der Pfarrei Frieden Christi in München.
Mit einem tiefen Gefühl der Dankbarkeit Gott und all unseren Freunden gegenüber schauen wir auf das nun vergehende Jahr 2020 zurück. Wir waren die bescheidenen Werkzeuge von Gottes Barmherzigkeit und Mitleid, um Leben aufrecht zu erhalten, zu stärken, zu unterstützen und schwere Lasten, wo immer wir konnten, zu erleichtern.
Trinkwasserprojekte
Dieses Projekt zielt darauf hin, entfernten Dörfern den Zugang zu Trinkwasser zu ermöglichen und tödlichen Krankheiten wie Malaria, Typhus, Durchfall und Gelbsucht vorzubeugen. Dieses Projekt hat schon viele Menschenleben in unseren Missionen Bero und Doba gerettet. Wir planen, mindestens zwei Brunnen in Bero und einen in Doba zu bohren. Viele Dörfer stehen auf der Warteliste. Wir freuen uns auf eure weitere Unterstützung und auf die Verwirklichung dieses Projektes in vielen Dörfern im Bereich unserer Mission.
Wir, die Missionare des hl. Franz von Sales im Tschad und in Kamerun, senden euch warmherzige Grüße zu Weihnachten. Wir hoffen und beten, dass die heilende Berührung durch Jesus Christus unser aller Leben verwandelt. Wir dehnen unseren ehrlichen Dank auch auf all jene aus, die in den vergangenen 20 Jahren zum Wachstum unserer Mission beigetragen haben. Eure Gebete und eure Unterstützung bestärken uns in unserer Entscheidung, für die Armen und Bedürftigen zu arbeiten. Ich wünsche von Herzen, dass ihr alle mit Freude, Frieden und Hoffnung gesegnet werdet. Bleibt behütet. Gott segne euch.
Mit herzlichen Grüßen
P. Manoj Xavier Arackal